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Das Leben mit Krebs ist nicht einfach. Für keinen Betroffenen, aber für Berufstätige kann es noch sehr viel komplizierter werden. Deshalb haben wir Krebspatienten im erwerbsfähigen Alter aus der Harzregion uns in einer Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen. Die Selbsthilfegruppe „Leben mit Krebs“ wurde im Juni 2008 beim ersten Treffen im Frauenzentrum Wernigerode (damals noch im Oberpfarrkirchhof) gegründet. Es begann mit vier Frauen, die nach einer Krebserkrankung den Wunsch hatten, eine Selbsthilfegruppe zu finden, wo man sich auch nach Feierabend treffen und Probleme berufstätiger Frauen ansprechen kann. Wie wird es mit dem beruflichen Wiedereinstieg? Wo und wie kann man Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen? Wie erkläre ich meinen Kindern die Erkrankung oder sage ich es ihnen überhaupt? Das sind nur einige von vielen Fragen die speziell jüngere Frauen betreffen.
So entstand mit tatkräftiger Unterstützung durch Christine Gruber von der PARITÄTISCHEN Selbsthilfekontaktstelle Harzkreis eine Selbsthilfegruppe für Frauen mittleren Alters mit unterschiedlichen Krebserkrankungen aber identischen Alltagsproblemen. Mit allen Fragen zum Thema Selbsthilfe konnten wir uns vertrauensvoll an Frau Gruber wenden. Sie ist dort die Ansprechpartnerin in Sachen Selbsthilfe und gab uns als neue Gruppe wichtige praktische Hilfestellungen, wie z. B. das Veröffentlichen der Gruppentreffen in der regionalen Presse. Noch heute, zwei Jahre nach der Gruppengründung, unterstützt sie uns bei der Beantragung von Fördermitteln, vermittelt Betroffene in unsere Gruppe und organisiert vierteljährliche Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für die Gruppensprecher. Solche Treffen bieten einen besonders geeigneten Rahmen dafür, mit Fachleuten in Kontakt zu treten und untereinander Erfahrungen auszutauschen.
Warum gründet man überhaupt eine Selbsthilfegruppe? Das Leben mit Krebs bringt körperliche und seelische Leiden mit sich, der Alltag ändert sich, dazu kommt oft ein wahrer Marathon durch die Behörden, um Hilfen, Kuren und ähnliches zu beantragen. Es kostet sehr viel an Mut, Kraft und Zuversicht, um den Kampf gegen den Krebs zu bestehen und vor allem um den Alltag zu bestehen. Da ist es wirklich sehr hilfreich in einer Selbsthilfegruppe aufgefangen und verstanden zu werden, sowie Hinweise und wertvolle Erfahrungen auszutauschen.
Darum haben wir uns auch nicht nur auf ein spezifisches Krebsleiden konzentriert. Uns verbindet die Frage, wie bewältige ich meinen Alltag trotz und mit dieser Krankheit. Sich dabei gegenseitig zu helfen, mal seinen Kummer loszuwerden ohne schief angesehen zu werden, das ist der Sinn unserer Treffen. Wir können reden, uns gegenseitig Tipps geben, unsere Ängste und Hoffnungen formulieren. Was mit einem Angehörigen oder Nichtbetroffenen oft nicht möglich ist, kann mit Betroffenen diskutiert werden. Jeder muss seinen Weg finden, aber die Erfahrungen anderer sind sehr hilfreich.
Doch auch Informationen und Vorträge von Fachleuten zu neuen Therapien, zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, sowie gesunde Ernährung beim gemeinsamen Kochen stehen im Vordergrund.
Immer am ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr treffen wir uns, mittlerweile auf 18 Mitglieder angewachsen, im Frauenzentrum im Georgenhof, Herzogstraße 16 in Blankenburg. Auch Männer mit Krebserkrankungen sowie Angehörige von Krebserkrankten sind in der Selbsthilfegruppe jederzeit herzlich willkommen.
Kontakt: SHG „Leben mit Krebs“ Angelika Keddy Telefon: 0176 37221140
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