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„Singen macht die Herzen weit“
„Singen macht die Herzen weit“, sang der Jugendchor der Stadt Halle (Saale) am Abend des 14. März 2010 in der Marktkirche zu Halle (Saale). Stimmt! Wie sonst sind die 3.870 – in Worten: dreitausendachthundertsiebzig! – Euro zu erklären, die die Besucher des Benefizkonzertes in den Spendenkörben der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e. V. zurückgelassen haben? Der Verein hatte im Herbst letzten Jahres bei der halleschen Staatskapelle angefragt, ob man sich eventuell ein Konzert zu seinen Gunsten vorstellen könne. Da Musiker nicht nur über Vorstellungskraft, sondern auch über ein ausgezeichnetes Gehör verfügen, musste man nicht zweimal bitten. Oboist Stefan Poldrak bekam den Auftrag, sich „drum zu kümmern“. Gemeinsam mit Flötistin Bettine Keyßer gelang es ihm, dreizehn Chöre für eben jenes Benefizkonzert in der Marktkirche Halle zu gewinnen: die Marktkantorei, den Jugendchor der Stadt Halle (Saale), die Chöre der Gemeinden St. Laurentius und Heilig Kreuz, den Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“, die Gospelchöre „Salttownvoices“ und „JOY´N´US“, den A-Capella-Chor, den Kammerchor CantArt, die Hallesche Kantorei, die Robert-Franz-Singakademie, den Lehrerchor der Stadt Halle (Saale) sowie den Jugend- und den Kinderchor der Stadt Halle (Saale). Die Musik hatten freundlicherweise die Herren Bach und Brahms, Händel und Humperdinck, Mendelssohn-Bartholdy und Mozart, Rossini und Reichardt sowie ihre Kollegen Debussy, Purcell und Gounod zur Verfügung gestellt. Jeder Chor trug zwei bis drei Stücke vor. Begleitet wurden die Sänger – außer den A-Kapella-Chören natürlich – von der Staatskapelle Halle, wobei jeder Chorleiter gleichzeitig als Dirigent des Orchesters fungierte. Eine reichliche Stunde länger als vorgesehen dauerte das Konzert. Das Sitzen erschwerten vor allem die Gospelchöre. Hier nicht aufzuspringen und im Rhythmus mitzuschwingen, war eine echte Herausforderung. Besonderes Durchhaltevermögen muss man den Mädchen und Jungen des Kinderchores der Stadt Halle (Saale) attestieren. Mit ihrem Lied „Abends, wenn ich schlafen geh“ aus der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ bildeten sie den Schluss des Programms. Hoffentlich wirkte dieser „Abendsegen“ am nächsten Morgen in der Schule nicht allzu lange nach.
Die Schirmherrin der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft, Renate Höppner, und der geschäftsführende Vorstand Lothar Braune dankten in kurzen Ansprachen allen Mitwirkenden, Helfern und Gästen des Konzertes. Dieser Dank sei hier ausdrücklich wiederholt!
Seit nunmehr zehn Jahren bietet die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft kostenfrei Hilfe und Beratung für krebskranke Menschen und ihre Angehörigen an. Ein zentrales Anliegen für das laufende Jahr ist die Errichtung von acht Außenberatungsstellen in ganz Sachsen-Anhalt, um auch Krebsbetroffene in den ländlichen Regionen besser versorgen zu können. Der Verein finanziert seine Arbeit ausschließlich durch Zuwendungen und Spenden. Möglicherweise hat mancher Besucher außer der Gewissheit, durch Spenden helfen zu können – wie gesagt: 3.870 Euro! – bei diesem Benefizkonzert noch etwas anderes gefunden: einen passenden Chor nämlich, in dem er künftig vielleicht mitsingen möchte. Denn „Singen bleibet meine Freude“ - das verkündeten zum Abschluss alle Chöre und das Publikum gemeinsam. Zum Glück stand diese leicht abgewandelte Form des Bach-Werkes Nr. 147 auf den zuvor verteilten Programmzetteln. So fiel es niemandem schwer, seine Lippenbewegungen halbwegs glaubwürdig dem vorgegebenen Text anzupassen. Es gibt Leute, die fragen kurz nach dem Frühstück, was es zu Mittag gibt. Und es gibt Leute, die fragten kurz nach dem Konzert, wann es denn das nächste dieser Art gäbe. Bislang weiß die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft darauf nur eine Antwort: Ja! (bm)
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